Himmel, Hölle, Fegefeuer - Dem Teufel auf der Spur

„Seid nüchtern und wachet! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ Drohungen wie diese aus dem neutestamentlichen Petrusbrief hatten Jahrhunderte lang ihre Wirkung nicht verfehlt.

Besonders die Welt des Mittelalters war erfüllt von Teufeln und Dämonen, die den Menschen schon auf Erden das Leben zur Hölle machten. Doch die größten Ängste der Menschen damals richteten sich vor allem auf das Jenseits. Beruhigenden Beistand versprach die Kirche – die zugleich die Hölle in den schwärzesten Farben zeichnete und damit jene Höllenängste schürte.

Die Dokumentation auf den Spuren des Teufels geht zurück in eine Zeit, in der tiefer Glaube die Menschen beseelte. Für sie war die Hölle kein Hirngespinst, keine bloße Horrorvorstellung. Die Hölle war real. Von den mittelalterlichen Meistern gemalte Höllenszenarien entsprachen genau dem Denken der Zeit. Bilder des Leibhaftigen, der die verworfenen Seelen in die Höllenschlucht hinabstürzte, wo sie ewige Pein und Qualen zu erleiden hatten.

Mittelalterliche Gelehrte suchten nach dem Einschlagkrater, den Luzifer, der Höllenfürst, bei seinem Sturz aus dem Himmel hinterlassen hat. Tief im Innersten der Erde verborgen, unter Feuer speienden Vulkanen, wurde das Territorium des Teufels lokalisiert – und sein Umfang auf den Meter genau berechnet. Bis in die grausigen Details beschrieb man, was die Sünder und Ungläubigen dort nach dem Tod erwarten würde.

Himmel, Hölle, Fegefeuer erzählt, wie aus dem düsteren Jenseits der Antike, wie es schon Römer und Griechen kannten, der „feurige Pfuhl“ der Christen wurde. Erst Martin Luther, dessen Wurf mit dem Tintenfass nach dem Teufel zur Legende wurde, ersetzt die alte Vorstellung vom strafenden Gott und findet damit den Weg aus der Hölle, die einst auch von der Kirche erschaffen wurde.

Was den aufgeklärten Menschen bleibt, ist die Hölle auf Erden.

1 x 45’
ZDF

 

 

 

 

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