Teil 1: TAJ MAHAL – Monument einer Leidenschaft
Der Taj Mahal: Wahrzeichen Indiens, Juwel der Architektur und das Monument einer großen Leidenschaft. Sein Erbauer ist Shah Jahan, der im 17. Jahrhundert über das indische Reich der Großmoguln regiert.
Shah Jahan, der„Herrscher der Welt“ hat sich bereits als junger Prinz vermählt. Seiner Frau verleiht er den Titel Mumtaz Mahal, „Erwählte des Palastes“. Dichter rühmen ihre Anmut und Schönheit, vor der sich sogar der Mond schamvoll verbergen würde. 1631 begleitet sie, obwohl hochschwanger, ihren Mann auf einen Feldzug gegen Aufständische. Doch bei der Geburt ihres 14. Kindes gibt es Komplikationen, die Mumtaz Mahal nicht überleben wird.
Auf dem Sterbebett, so überliefert eine Legende, äußert Mumtaz Mahal ihren letzten Wunsch: Ihr soll ein Grabmal errichtet werden, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Die Erfüllung dieses Wunsches wird von nun an Shah Jahans Lebensaufgabe. Bald beginnen die Bauarbeiten für das Mausoleum am Ufer des Yamuna-Flusses in Agra. Ein gigantisches Unterfangen: 20 000 Arbeiter sind fast 20 Jahre im Einsatz.
Nur die besten Künstler und Handwerker sind am Taj Mahal tätig und nur die kostbarsten Materialien werden für den Bau verwendet: Doch die Kosten für den Bau verschlingen Unsummen. Die Folgen sind Unruhen und Aufstände im Land, der Staatskasse droht der Bankrott. 1657 wird Shah Jahan vom Thron geputscht – von seinem eigenen Sohn. Der „Herrscher der Welt“ muss den Rest seines Lebens in Gefangenschaft verbringen, eingesperrt im Roten Fort von Agra. Ironie des Schicksals: das Fort liegt gegenüber dem Taj Mahal. So hat der gestürzte Herrscher tagtäglich nicht nur das Symbol seiner einstigen Macht, sondern auch die Erinnerung an seine geliebte Ehefrau vor Augen. Im Alter von 74 Jahren stirbt Shah Jahan. Er wird im Taj Mahal an der Seite von Mumtaz Mahal beigesetzt. Sein architektonisches Meisterwerk aber bleibt unsterblich.
Teil 2: ASHOKA – Der Krieger Buddhas
Er gilt als Brudermörder und gnadenloser Kriegsherr – aber auch als Wegbereiter für den Aufstieg einer kleinen Sekte zur Weltreligion: Ashoka, König der Maurya-Dynastie im 3. Jhd. v.Chr. und einer der größten Herrscher der indischen Geschichte. Das Maurya-Reich ist das erste Großreich Indiens. Die Maurya sind große Förderer der Wissenschaft und der Künste.
Aufgrund seiner Brutalität, seiner Skrupellosigkeit und seiner Kriegslust erhält Ashoka von seinen Feinden den Namen: „Chandashoka“ – „Ashoka der Grausame“. 261 vor Christus befiehlt er den Angriff auf eines der letzten unabhängigen Nachbarreiche Indiens: Kalinga, ein Land von immenser strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Es wird eine der größten Invasionen in der Geschichte Indiens. Ashokas Armee richtet ein furchtbares Gemetzel an: „150 000 Menschen wurden verschleppt, 100 000 ermordet.“ Die Szenen der Schlacht sind so verheerend, dass sie zum Wendepunkt in Ashokas Leben werden.
Überall in seinem Reich lässt Ashoka auf mächtige Säulen und Felsen seine Botschaften einmeißeln, die von der Überwindung seines Machtstrebens und von seinem Einsatz für Glück und Frieden berichten. Erstmals erhebt ein Herrscher Begriffe wie „Gerechtigkeit“ und „Gewaltlosigkeit“ zum Staatsziel.
Erst im 19. Jahrhundert werden Ashokas Inschriften und damit sein Leben und Wirken wiederentdeckt. Seine Ideen der Gewaltlosigkeit und die Tatsache, dass unter seiner Herrschaft zum ersten Mal der Subkontinent politisch geeint wurde, machen Ashoka zu einer Symbolgestalt des wiedererwachenden Indiens. Seit der Unabhängigkeit bildet das Löwenkapitell einer Ashoka-Säule das Nationalemblem der Republik Indien. In vielen asiatischen Staaten wird Ashoka bis heute als Wegbereiter des Buddhismus verehrt, der es einer kleinen indischen Sekte ermöglichte, in den Rang einer der großen Religionen der Menschheit aufzusteigen.
2 x 42' / 2 x 52'
ZDF, ARTE, National Geographic Channels International












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